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Geschichte

Noch vor der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes Thanstein 1218 waren mehrere heutige Ortsteile bereits bekannt, so z.B. Tännesried 1109 und Jedesbach 1177.

Die Gegend wurde damals bestimmt durch das Geschlecht der Tannsteiner, die für mehr als 150 Jahre hier siedelten und wirtschafteten.

Historische Postkarte Thanstein
In diese Zeit fällt auch die Erbauung der Burg Altenthanstein nördlich Dautersdorf. Der Vordere Oberpfälzer Wald war wegen seiner Siedlungsfeindlichkeit (Klima, Boden, Topographie) damals nur lückenhaft erschlossen. Für das 11. Jahrhundert ist jedoch davon auszugehen, dass zumindest die Talräume von den Deutschen weitgehend besiedelt waren. Sie nutzten dabei die slawischen Siedlungskeimzellen aus und integrierten die slawische Bevölkerung.

Erst mit der intensiven Rodungstätigkeit der Klöster im 12. Jahrhundert war die Erschließung des Neunburger Raumes zu Beginn der wittelsbachischen Herrschaft (um 1200) abgeschlossen. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstand aus strategischen Gründen die noch heute vorhandene Burg Thanstein. Die Überreste von Altenthanstein sind kaum mehr zu rekonstruieren. Auch die nachfolgenden Geschlechter der Zenger und Ebleben übten ihre Herrschaft von Burg Thanstein aus. Mit General Maximilian von Bayern beginnt dann um 1630 die Reihe der Besitzer, die nicht mehr auf Burg Thanstein wohnten und denen es nur noch um die mit dem Gut verbundenen Einkünfte und Steuern ging.

Der heutige Ortsteil Kulz, dessen Name wohl von Kulm (= Bergrücken) abgeleitet werden kann, wurde erstmals 1273 als "Chulmtz" (slawisch: "Siedlung am Hügel") urkundlich erwähnt, wahrscheinlich bestand aber bereits zuvor ein slawischer Siedlungskern. Kurze Zeit später musste der Ort, wie Steuerlisten belegen, bereits eine erstaunliche Größe aufgewiesen haben. Trotzdem konnte sich fortan kein Herrschaftsmittelpunkt ausbilden, da Kulz über Jahrhunderte hinweg herrschaftsmäßig stark aufgesplittert war. Ab dem 15. Jahrhundert war ein Großteil der Güter im Besitz des "Landsassengutes".

Der Kulzer Landsassensitz besaß einen vorgelagerten Dorfteich und war Siedlungskern und zugleich auch Ortszentrum. Da sich die Urhöfe halbkreisförmig um das einstige Schlossgut herum ausrichten, besteht die Vermutung, dass das Schloss einen burgähnlichen Vorgänger hatte. Schloss und Schlosskapelle wurden im Dreißigjährigen Krieg völlig vernichtet und um 1700 wieder aufgebaut. Als das Schlossgut Kulz zum Verkauf stand, erwarb die Schulgemeinde Kulz einen Teil als Schul- und Meßnerhaus. Das alte Schulhaus, das erst 1987 abgerissen wurde, war also noch ein Teil des Schlosses und der letzte bauliche Hinweis auf die Landsasserei in Kulz.

Schon immer zum Ort Kulz gehörte der Krähhof, ein Einzelhof, der 1833 neu erbaut wurde, ebenso wie der Ort Ziegelhütte, der aus einem Aussiedlerhof entstand, der schon vor 1811 als 1/4 Ziegelhüttenbauernhof genannt ist. Neben den Verwüstungen während des Dreißigjährigen Krieges war die Brandkatastrophe im Jahr 1869 ein einschneidendes Ereignis in der Ortsgeschichte. Der gesamte Ort mit Ausnahme von 10 oder 11 Gebäuden wurde innerhalb von zwei Stunden ein Raub der Flammen. Auch die Kirche brannte ab, während das Schulhaus stehen blieb. Der entstandene finanzielle Notstand wirkte sich über Jahrzehnte negativ auf die Ortsentwicklung aus. 1978 wird Kulz nach zähen Verhandlungen nach Thanstein eingemeindet.

Quelle: VG Neunburg